Wie man sich versammelt

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In der Ratsarbeit lohnt es sich durchaus, ab und zu einen Blick in die Klassiker der Arbeiterbewegung zu werfen.

Gerade in den letzten Monaten im Rat der Stadt musste ich da an etwas denken, was ich bei Mao gelesen hatte.

„Wenn eine Versammlung einberufen wird, ist sie vorher anzukündigen; das ist, als würde eine Bekanntmachung zur Beruhigung des Volkes herausgegeben. Jedermann sollte wissen, welche Probleme diskutiert werden und welche Probleme gelöst werden sollten, damit man sich frühzeitig vorbereiten kann. In einigen Gegenden werden Kaderversammlungen einberufen, ohne dass vorher Mitteilungen und Resolutionsentwürfe gut vorbereitet worden wären. Man wartet, bis die Versammlungsteilnehmer zu den Treffen kommen, und improvisiert dann die Versammlung. … Das ist nicht gut. Wenn die Vorbereitungen noch nicht getroffen sind, dürfen Versammlungen nicht übereilt einberufen werden.“

Das hat er 1949 gesagt. Solche, ganz grundlegenden und eigentlich banalen Probleme gibt es immer noch, und daher lohnt es sich auch, sich noch einmal daran zu erinnern. Teilweise haben sie schon systemischen Charakter – Man glaubt, grundsätzlich „spontan“ verfahren zu können und teils sogar, aus einem falschen Demokratie-Verständnis heraus, zu müssen.

Das muss man, ganz selbstkritisch, auch bereit sein, auf die eigene Organisation zu beziehen, meine lieben Genossen. Auch bei der LINKEN kommt derartiges durchaus vor, und was bringt es denn? Dabei geht es nicht nur um die Vorbereitung. Es geht auch darum, sich offen mit den anliegenden Problemen auseinanderzusetzen. Letzten Endes kann man nur so adäquate Lösungen finden.

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